Die drei Haupttypen
Monokristalline, polykristalline und Duennschichtmodule unterscheiden sich in Technologie, Wirkungsgrad und Preis. Monokristalline haben sich als Standard etabliert. Die Wahl des richtigen Modultyps haengt von Dachfläche, Budget und aesthetischen Anforderungen ab.
Monokristallin
Hochreines Silizium, Wirkungsgrad 20-23%, gleichmaessig dunkel. Beste Leistung pro Flaeche, gute Schwachlichtleistung, elegante Optik. Etwas teurer, aber weniger Module noetig. Klare Empfehlung für die meisten Anwendungen in der Schweiz.
Polykristallin
Gegossenes Silizium, Wirkungsgrad 15-18%, blaeulich-kristallin. Guenstiger, aber mehr Flaeche noetig. Preisunterschied zu Mono so gering, dass Poly kaum Vorteile bietet und vom Markt verschwindet.
Duennschicht
Duenne Halbleiterschicht, Wirkungsgrad 10-13%. Leicht, flexibel, gut bei Hitze und diffusem Licht. Für spezielle Anwendungen (BIPV), nicht für Standard-Dachanlagen empfohlen.
Bifaziale Module
Nehmen Licht beidseitig auf. Rueckseite nutzt reflektiertes Licht, 5-15% Mehrertrag. Besonders auf hellen Flachdächern oder bei erhöhter Montage eine interessante und zunehmend verbreitete Option.
TOPCon und HJT
Neueste Technologien, Wirkungsgrad über 22%. Bessere Temperaturleistung und geringere Degradation als PERC. Premiumpreise, aber höchster Langzeitertrag. Ideal bei begrenzter Dachfläche und hohen Qualitätsanspruechen.
Empfehlung
Monokristalline Module, 380-440 Wp, über 20% Wirkungsgrad. Namhafte Hersteller, 12+ Jahre Produktgarantie, 25-30 Jahre Leistungsgarantie. Qualität zahlt sich über die gesamte Lebensdauer der Anlage aus.
Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) in der Schweiz
Der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) ist ein Schweizer Modell, das es ermöglicht, Solarstrom innerhalb eines Gebäudes oder einer Gebäudegruppe direkt an mehrere Parteien zu verteilen. Dies ist besonders für Mehrfamilienhäuser und Stockwerkeigentum interessant, wo eine zentrale Solaranlage alle Bewohner mit günstigem Solarstrom versorgt.
Die rechtlichen Grundlagen für den ZEV sind im Energiegesetz (EnG) und in der Energieverordnung (EnV) verankert. Ein ZEV tritt gegenüber dem Netzbetreiber als ein einziger Verbraucher auf und hat nur einen Zählpunkt. Die interne Verrechnung des Solarstroms erfolgt über den ZEV-Verwalter, der den Strom maximal zum lokalen Standardtarif verkaufen darf.
Für die Umsetzung ist ein intelligentes Messsystem nötig, das den Verbrauch jeder Partei viertelstundengenau erfasst. Die Kosten für Smart Meter und Abrechnungssoftware liegen bei CHF 500 bis CHF 1’000 pro Wohneinheit. Verschiedene Schweizer Anbieter wie Smart Energy Link oder ökosolve haben sich auf ZEV-Lösungen spezialisiert.
Die Wirtschaftlichkeit eines ZEV ist für alle Beteiligten attraktiv. Die Mieter oder Stockwerkeigentümer erhalten günstigeren Strom als vom Netz, und der Anlagenbetreiber erzielt höhere Erträge als bei reiner Netzeinspeisung. Bei einem Mehrfamilienhaus mit 10 Wohnungen und einer 30-kWp-Anlage kann der Eigenverbrauchsanteil auf 50 bis 70 Prozent steigen.
Bewilligungen und rechtliche Rahmenbedingungen
In der Schweiz ist die Installation einer Solaranlage dank dem vereinfachten Meldeverfahren relativ unkompliziert. Für die meisten Aufdach-Anlagen genügt eine Meldung an die zuständige Baubehörde der Gemeinde, sofern die Module genügend angepasst sind und keine Denkmalschutzauflagen bestehen. Das Meldeverfahren dauert in der Regel 30 Tage, nach deren Ablauf die Anlage installiert werden darf.
Bei Indach-Anlagen, denkmalgeschützten Gebäuden oder Anlagen in Schutzzonen ist ein ordentliches Baubewilligungsverfahren erforderlich. Dies kann 2 bis 4 Monate dauern und zusätzliche Kosten von CHF 500 bis CHF 2’000 verursachen. In Kernzonen historischer Ortsbilder gelten besonders strenge Vorschriften bezüglich Farbe und Form der Module.
Die Anmeldung beim lokalen Elektrizitätswerk ist obligatorisch und muss vor der Installation erfolgen. Der Netzbetreiber prüft die Netzverträglichkeit und erteilt die Einspeisebewilligung. Für die Einmalvergütung (EIV) muss innerhalb von zwölf Monaten nach Inbetriebnahme ein Gesuch bei Pronovo eingereicht werden. Die Auszahlung erfolgt derzeit innerhalb von 6 bis 12 Monaten nach Gesuchstellung.
Solarenergie für Mehrfamilienhäuser in der Schweiz
Mehrfamilienhäuser bieten grosses Potenzial für Solaranlagen. Die grossen Dachflächen ermöglichen Anlagen von 20 bis 50 kWp und mehr, was zu niedrigeren Kosten pro kWp führt. Gleichzeitig ist der Eigenverbrauchsanteil höher als bei Einfamilienhäusern, da sich die unterschiedlichen Verbrauchsprofile der Bewohner ergänzen und die Grundlast höher ist.
Für die Organisation eignet sich der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV), der im Schweizer Energiegesetz geregelt ist. Der Gebäudeeigentümer betreibt die Anlage und verkauft den Solarstrom an die Mieter zum lokal gültigen Stromtarif oder darunter. Die Abrechnung erfolgt über intelligente Zähler und spezialisierte Abrechnungsdienste.
Für Vermieter bietet die Solaranlage zusätzliche Vorteile: Die Nebenkosten der Mieter sinken, was die Attraktivität der Wohnungen erhöht. Die Investition kann auf die Miete umgelegt werden, sofern sie zu einer Energieersparnis führt. Zudem erhöht die Solaranlage den Immobilienwert um geschätzt 3 bis 5 Prozent des Anlagenwerts.
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Jetzt Offerte berechnenSolaranlage und Wärmepumpe optimal kombinieren
Die Kombination von PV-Anlage und Wärmepumpe ist in der Schweiz energetisch und wirtschaftlich besonders sinnvoll. Eine Wärmepumpe verbraucht jährlich 3’000–6’000 kWh Strom für Heizung und Warmwasser. Ein erheblicher Teil dieses Bedarfs kann durch Solarstrom gedeckt werden – besonders in den Übergangsmonaten Frühling und Herbst. Durch geschickte Steuerung lässt sich die Wärmepumpe bevorzugt dann betreiben, wenn die Sonne scheint. Das Gebäude dient dabei als thermischer Speicher: Die Wärmepumpe heizt tagsüber die Räume um 1–2°C über die Solltemperatur und nutzt diese Energie in der Nacht. In der Schweiz empfiehlt das Bundesamt für Energie die Kopplung beider Systeme als wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung des Gebäudeparks. Die SIA-Norm 380/1 berücksichtigt den PV-Eigenverbrauch explizit in der Energiebilanz des Gebäudes.
Solarofferten richtig vergleichen und bewerten
Bei der Evaluation von Solarofferten in der Schweiz sollten Sie nicht nur den Preis vergleichen. Entscheidend sind die Qualität der Komponenten, die Erfahrung des Installateurs und die garantierten Leistungswerte. Seriöse Anbieter liefern eine detaillierte Ertragssimulation mit standortspezifischen Daten. Achten Sie auf die Modulgarantie (mindestens 25 Jahre Leistungsgarantie mit maximal 0,5 % jährlicher Degradation), die Wechselrichtergarantie (mindestens 10 Jahre) und die Installationsgarantie (mindestens 5 Jahre). In der Schweiz ist die Zertifizierung nach Solar Profi oder die Mitgliedschaft bei Swissolar ein Qualitätsmerkmal. Holen Sie mindestens drei Offerten ein und vergleichen Sie den Preis pro kWp installierte Leistung. Dieser liegt in der Schweiz aktuell bei CHF 1’500–2’200 für Schrägdach-Anlagen ab 8 kWp. Misstrauen Sie Angeboten, die deutlich unter dem Marktpreis liegen – hier wird oft an der Komponentenqualität gespart.