Die PV-Branche in der Schweiz

Marktuebersicht, Wachstumszahlen, Förderungen und Zukunftsperspektiven der Schweizer Solarbranche.

Marktuebersicht und Wachstum

Die Photovoltaik-Branche in der Schweiz erlebt seit mehreren Jahren ein starkes Wachstum. Die installierte Leistung hat sich in den letzten fuenf Jahren mehr als verdoppelt, und der Trend beschleunigt sich weiter. Solarenergie ist die am schnellsten wachsende Energiequelle der Schweiz und spielt eine zentrale Rolle in der Energiewende des Landes.

6+ GW
Installierte Leistung
~1.2 GW
Jährlicher Zubau
~10%
Anteil am Strommix
15'000+
Arbeitsplaetze

Die Schweiz verfuegt über hervorragende Voraussetzungen für die Nutzung von Solarenergie. Die Sonneneinstrahlung ist insbesondere in den Alpen und im Mittelland hoch genug für eine wirtschaftlich attraktive Stromproduktion. Die durchschnittliche Globalstrahlung liegt bei 1'100 bis 1'600 kWh pro Quadratmeter und Jahr, was im europaeischen Vergleich ein solides Niveau darstellt.

Der jährliche Zubau an PV-Leistung hat sich seit 2020 stark beschleunigt. Waehrend 2019 noch rund 330 MW zugebaut wurden, lag der Zubau 2023 bereits bei über 1'500 MW. Dieser Anstieg ist auf die hoeheren Strompreise, verbesserte Förderbedingungen und das steigende Umweltbewusstsein der Bevoelkerung zurueckzufuehren.

Wichtige Akteure der Branche

Die Schweizer Solarbranche umfasst eine Vielzahl von Akteuren, von grossen Energieversorgern bis hin zu spezialisierten KMU. Zu den wichtigsten Playern gehoeren:

Branchenverbaende

  • Swissolar: Der Schweizerische Fachverband für Sonnenenergie ist die zentrale Branchenvertretung. Er setzt sich für guenstige Rahmenbedingungen ein und fördert die Qualität in der Branche.
  • VESE: Der Verband unabhängiger Energieerzeuger vertritt die Interessen der dezentralen Stromproduzenten.

Energieversorger

Grosse Schweizer Energieversorger wie Axpo, Alpiq, BKW und ewz engagieren sich zunehmend im Solarbereich. Sie investieren sowohl in grosse Freiflaechen- und Alpinanlagen als auch in Kundenprogramme für Dachanlagen. Die Stadtwerke vieler Gemeinden bieten ebenfalls Solarprogramme und Beratungsdienstleistungen an.

Installateure und Planer

Das Rueckgrat der Branche bilden die zahlreichen Installationsbetriebe und Solarplaner. In der Schweiz gibt es über 2'000 Unternehmen, die im Bereich Planung und Installation von Solaranlagen taetig sind. Viele davon sind zertifizierte Fachbetriebe, die hohe Qualitätsstandards einhalten.

Forschung und Entwicklung

Die Schweiz ist auch ein wichtiger Standort für Solarforschung. Das CSEM (Centre Suisse d'Electronique et de Microtechnique), die EPFL und die ETH Zuerich gehoeren zu den weltweit fuehrenden Forschungsinstitutionen im Bereich Photovoltaik. Ihre Arbeit an Perowskit-Solarzellen, Tandemzellen und gebaeudeintegrierter Photovoltaik (BIPV) ist international anerkannt.

Beschaeftigung und Wirtschaftskraft

Die Solarbranche ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Schweiz. Die Branche beschaeftigt über 15'000 Personen direkt und indirekt. Mit dem weiteren Ausbau der Solarenergie wird die Zahl der Arbeitsplaetze in den kommenden Jahren weiter steigen. Experten schaetzen, dass bis 2030 über 30'000 Arbeitsplaetze in der Branche existieren koennten.

Die Wertschoepfung der Branche liegt bei mehreren Milliarden Franken pro Jahr. Ein grosser Teil davon fliesst in regionale Wirtschaftskreislaeufe, da Installation und Wartung vor Ort stattfinden. Die Branche bietet Arbeitsplaetze in verschiedenen Bereichen: von der Elektroinstallation über die Projektplanung bis hin zu Forschung und Entwicklung.

Energiestrategie 2050

Die Energiestrategie 2050 der Schweiz sieht den schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie und den massiven Ausbau erneuerbarer Energien vor. Solarenergie spielt dabei die Hauptrolle. Die Strategie wurde 2017 vom Schweizer Stimmvolk angenommen und setzt klare Ziele für den Ausbau der Solarenergie.

Das revidierte Energie- und Stromversorgungsgesetz, das Anfang 2025 in Kraft getreten ist, setzt ambitionierte Ausbauziele. Bis 2035 sollen 35 TWh erneuerbare Energie (ohne Wasserkraft) produziert werden, bis 2050 sogar 45 TWh. Ein grosser Teil davon soll aus Solarenergie stammen. Diese Ziele erfordern einen jährlichen Zubau von 1.5-2 GW Solarleistung in den kommenden Jahrzehnten.

Wie funktioniert die EIV?

Anmeldung und Auszahlung

Die Anmeldung bei Pronovo erfolgt in der Regel durch den Installateur. Nach der Inbetriebnahme und dem Einreichen der notwendigen Dokumente wird die EIV innerhalb einiger Monate ausbezahlt. Die Wartezeiten haben sich in den letzten Jahren deutlich verkuerzt und betragen aktuell wenige Monate.

Kantonale und kommunale Förderungen

Neben der EIV des Bundes bieten viele Kantone und Gemeinden zusätzliche Förderungen für Solaranlagen. Diese können in Form von Investitionsbeiträgen, zinslosen Darlehen oder Steuererleichterungen gewaehrt werden. Die Hoehe und Art der Förderung variiert stark von Kanton zu Kanton.

In den meisten Kantonen können die Investitionskosten einer Solaranlage zudem von den Steuern abgezogen werden. Dieser steuerliche Vorteil macht die Investition noch attraktiver und kann die Amortisationszeit um 1-3 Jahre verkuerzen.

Zukunftsausblick

Die Zukunft der PV-Branche in der Schweiz sieht vielversprechend aus. Mehrere Faktoren sprechen für ein anhaltendes starkes Wachstum in den kommenden Jahren und Jahrzehnten.

Technologische Entwicklungen

Die Effizienz von Solarmodulen steigt kontinuierlich. Moderne Module erreichen Wirkungsgrade von über 22%, und Tandemzellen versprechen in naher Zukunft Werte über 30%. Gleichzeitig sinken die Produktionskosten weiter, was Solarstrom noch wirtschaftlicher macht. Gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV) und farbige Solarmodule eroeffnen neue Anwendungsfelder.

Alpine Solaranlagen

Ein besonderer Trend in der Schweiz sind alpine Solaranlagen. In Hoehenlage produzieren Module dank intensiverer Sonnenstrahlung und kuehler Temperaturen bis zu 50% mehr Strom als im Mittelland. Zudem liefern sie einen Grossteil ihrer Energie im Winter, wenn der Strombedarf am hoechsten ist. Mehrere Grossprojekte in den Alpen sind bereits in Planung oder im Bau.

Sektorkopplung und Speicher

Die Kombination von Solaranlagen mit Batteriespeichern, Waermepumpen und Elektromobilitaet wird zunehmend wichtiger. Diese Sektorkopplung ermöglicht eine optimale Nutzung des selbst produzierten Solarstroms und steigert den Eigenverbrauch auf 60-80%. Die sinkenden Preise für Batteriespeicher machen diese Option immer attraktiver.

Digitalisierung

Intelligente Steuerungssysteme und Energiemanagement-Software optimieren die Nutzung von Solarstrom in Echtzeit. Smart-Home-Systeme koordinieren Stromerzeugung, Speicherung und Verbrauch automatisch. Virtual Power Plants (VPP) buendeln dezentrale Anlagen zu virtuellen Kraftwerken und stabilisieren so das Stromnetz.

Prognose bis 2050

Experten erwarten, dass die installierte Solarleistung in der Schweiz bis 2050 auf über 50 GW ansteigen koennte. Solarenergie wuerde dann etwa 40-50% des gesamten Schweizer Strombedarfs decken und die wichtigste Energiequelle des Landes sein.

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